Unbändiger Wille siegt über zu zahme Rehböcke

Neuformiertes Team von Altenkessel entführt in letzter Sekunde in Bischmisheim drei Punkte 

 

 

Die Verantwortlichen des Fußballvereins Bischmisheim waren nach diesem Auftritt ihrer 1. Mannschaft ziemlich bedient. Nach dem Neuzugang erfahrener Spieler in der Winterpause, die das Team trotz des berufsbedingten Wechsels von Kapitän Lennart Bohl ins Ausland stabilisieren und weiter nach vorne bringen sollten, nach der  siebenwöchigen, engagierten Vorbereitung mit Mut machenden Begegnungen gegen in höheren Klassen spielende Teams, nach der Einstellung des Trainerkollektivs auf die schnelle und technisch gute Spielweise der „Franco-Altenkasseler“ – alle Spieler des französischen Trainers haben französische Wurzeln – gab es jede Menge Gründe, um auf Bischmisheimer Seite optimistisch in das erste Pflichtspiel des Jahres 2017 zu gehen. Als ich später Dortmunds Trainer nach der Niederlage in Berlin zuhörte, war ich direkt an die Leistung unserer Mannschaft erinnert: der Gegner war von Anfang an drin im Spiel, wir waren in unseren Aktionen nicht präzise, nicht konsequent genug, um das gegnerische Spiel unterbinden zu können. Im Gegensatz zum unbändigen Willen des SCA agierte Bischmisheim häufig zu zögerlich, fast ängstlich, ging nicht forsch genug in die Zweikämpfe, überließ dem Gegner die Hoheit im Spiel. Dass unser Team zwischenzeitlich dennoch 3:1 führte und diese Führung noch aus der Hand gab, lag auch daran, dass dieser Vorsprung eher zufällig zustande gekommen war. Und deshalb nicht hielt. Was möglich ist, kommt vor – unter der Woche hatte Paris sogar einen 4:0-Vorsprung gegen Barcelona noch aus der Hand gegeben. Der Anschlusstreffer zum 2:3 aus Sicht der Gäste fiel einfach zu schnell. Er schien unsere Mannen zu lähmen, im gleichen Maße, wie er Altenkessel Auftrieb gab. Dass am späten Ende ein unberechtigter Freistoß die Entscheidung zugunsten der Gäste brachte, bei dem alle Nullneuner inkl. des Tormanns wie paralysiert ohne Einzugreifen dem Ball hinterherblickten, war das negative I-Tüpfelchen über die insgesamt unerwartet enttäuschende Vorstellung unserer Mannschaft. Altenkessel wird mit dieser neuformierten Truppe sicher noch häufiger für Überraschungen sorgen.

Der Spiel-Film

Auftakt nach Maß: frühe Führung

Das Spiel begann mit einer Schweigeminute zu Ehren der früheren 09-Fußballer Dennis Birster und Wolfgang Diener (Olles). Von letzterem standen heute drei Enkel auf dem Platz: Christopher Schmitt, Wolfgang und Daniel Diener. Zu Ehren der Toten kamen auch die Reserve-Teams wieder auf den Platz. Erst danach pfiff Schiedsrichter Tim Conrath die Begegnung an. Zuvor hatte unsere Mannschaft noch das Trikot wechseln müssen, was dazu führte, dass zum Teil die Nummern auf dem Spielbericht nicht mit den tatsächlichen Rückennummern übereinstimmten. Kaum rollte der Ball, ging schon auf beiden Seiten die Post ab. Die erste gefährliche Flanke gelang Marcel Heilmann, doch Altenkessel konnte vor Christopher Schmitt zur Ecke klären, die nichts einbrachte. Schon nach der nächsten Torannäherung fielt das 1:0. Nutznießer eines Missverständnisses im Fünfmeterraum der Gäste war Schmitt, der den Ball über die Linie drückte. Den ersten Erfolg des Neuzugangs „Toffi“ Schmitt widmete er – die Hände zum Himmel – seinem Opa „Olles“…

Auch Bischmisheim mit neuem Gesicht

Bischmisheim im ungewohnten Weiß

Bischmisheim im ungewohnten Weiß

Gegenüber dem letzten Pflichtspiel hatte auch Trainer Andreas Ganz einige Änderungen vorgenommen. Eric Fuhr, Lennart Bohls Vertreter als Kapitän, nahm zunächst auf der Bank Platz, nachdem er aus beruflichen Gründen in den letzten 14 Tagen nur eine Trainingseinheit absolvieren konnte. Die Kapitänsbinde übernahm ein anderer Enkel von Wolfgang Diener: Daniel. Neu im Team neben Schmitt waren Lars Silbersack, Dominik Merk, Marcel Heilmann und der wieder genesene Benedikt Frantz. Im Kader fehlten Nils Burger, Kevin Kiehn, Hendric Bier, Daniel Gräff und Jihed Labidi; andere – wie Tide, Raimondo und Schliesing verstärkten Bischmisheims Reserve.

Ausgleich per Selbsttor und erneute Führung Sekunden vor der Pause

Trotz einiger guter Direktpassagen der Gastgeber war Altenkessel von Anfang an ein schwieriger Gegner, der unsere Jungs schon beim Spielaufbau zu stören und dann mit schnellen Kontern unser Tor zu bedrohen versuchte. Altenkessel war laufstark und sehr beweglich. Schon früh notierte ich, dass das ein schweres Stück Arbeit für unsere Mannschaft werden würde. Es ging hin und her: Angriff Bischmisheim, zwei Angreifer verpassen den Ball, dennoch ein Abschluss – knapp vorbei. Auf der Gegenseite nach Freistoß eine Kopfballablage, ein Schuss – doch Norman Schmitt packte sicher zu. Altenkessel stellte gut zu, es gab kaum ein Durchkommen. In der 30. Minute fiel etwas überraschend der Ausgleich. Schneller Angriff über unsere linke Seite, Verteidiger außen überlaufen, Pass in den Fünfer, im Fallen rutschte der Innenverteidiger in den Ball und bugsierte ihn ins eigene Tor. 1:1 durch ein Selbsttor. Es blieb auch danach ein offenes Spiel mit Angriffsversuchen auf beiden Seiten. Eine gute Gelegenheit nach feinem Pass in den Lauf von Dominik Merk. Doch bevor er schießen konnte, drängten ihn zwei Verteidiger ab. Kurz darauf und unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff ging Bischmisheim erneut in Führung. Heilmann setzte sich als Rechtsaußen prima durch, flankte präzise in die Mitte, wo erneut „Toffi“ Schmitt zur Stelle war und den Ball per Kopf in die Maschen wuchtete. Zwei Treffer des zurückgekehrten, früheren Bischmisheimer Goalgetters. Und das am Vortag seines 30. Geburtstags!

Gegen den Spielverlauf sogar 3:1 für 09 – aber postwendend das 2:3

Nach der Pause startete Altenkessel den ersten Angriff, den unsere Jungs gut verteidigten. Im

Bischmisheim im Angriff

Bischmisheim im Angriff

Gegenzug kam erneut Schmitt zum Kopfball nach einem Freistoß von Piotr Pilarski. Doch vorbei. 49. Minute: Wie erwartet wechselte Trainer Ganz Eric Fuhr für Sascha Jochum ein. Doch Altenkessel machte weiter Druck. Dann sorgte der Schiri für Verwirrung nach einem Pfiff ohne klare Ansage. Altenkessel blieb im Angriffsmodus. Bischmisheim wechselte in der 55. Minute erneut: Für Frantz kam Andreas Tide, der schon einige Zeit in der Reserve gespielt hatte. Schussversuche hüben und drüben. Dann ein guter Angriff der Platzherren: Lars Silbersack auf Rechtsaußen, Zuspiel auf Pilarski, der auf Fuhr. Doch sein Schussversuch wurde abgeblockt. Auf der Gegenseite wieder ein unberechtigter Pfiff gegen Bischmisheim: Freistoß, Kopfballabwehr, Nachschuss – vorbei.

Gegen den ausgeglichenen Spielverlauf fiel in der 66. Minute dennoch das 3:1. Auf Zuspiel von Schmitt setzte sich Eric Fuhr in unnachahmlicher Art durch und bezwang den Keeper mit einem Flachschuss ins lange Eck. Kaum hatte Stadionsprecher Wolfgang Schmeer den Treffer verkündet, hieß es schon 2:3. Bischmisheim war wohl noch im Hochgefühl des Zweitorevorsprungs und bekam keinen Zugriff auf die Angreifer. Langer Ball auf Mittelstürmer Julien Pinelli. Und der zog aus der Drehung von halbrechts ins linke Eck ab – nix zu halten für unseren Tormann. Der Schütze hatte mir übrigens vor dem Spiel bei einer kleinen Konversation auf französisch „versprochen“, es täte ihm zwar leid, aber er werde ein Tor gegen uns schießen. In der 67. Minute hatte er Wort gehalten. Dieser Anschlusstreffer war in meinen Augen der Genickbrecher für unser Team. Wir versuchten zwar weiter, in den gegnerischen Strafraum einzudringen, aber die Aktionen waren zu ungenau oder zu halbherzig oder beides. Inzwischen war Christian Buhl für Yannick Heck im Spiel.

Das bessere Ende für Altenkessel

Ganz anders der Gast. Er drängte volle Pulle auf den Ausgleich. Und der gelang in der 83. Minute. Flanke Richtung Fünfmeterraum, zu kurze Abwehr nach links, erneute Flanke und eine Kopie unseres zweiten Treffers – ein dynamischer Kopfball zum 3:3. Es blieb beim offenen Schlagabtausch. Beide Teams kämpften weiter um jeden Meter und jeden Ball. Ein gefährlicher Freistoß für die Gäste in der 87. Minute. Über die Mauer senkte sich die Kugel in den Fünfer, wo Norman Schmitt den Aufsetzer gekonnt mit dem Fuß (!) aus dem Strafraum drosch. Eine Minute später Freistoß Bischmisheim – ohne Gefahr. Für die sorgte wieder der schnelle und wendige Mittelstürmer. Sein Schuss ging über die Latte. Bischmisheim konterte. Andreas Tide dribbelte erfolgreich, weiter auf Buhl. Doch Altenkessel klärte zur Ecke, die nichts einbrachte. Ende der regulären Spielzeit. Der Schiedsrichter zeigte noch vier Minuten an. Und schenkte in der 94. Minute Altenkessel wieder einen Freistoß auf unserer linken Seite. Und der segelte zum Entsetzen der Rehböcke über Freund und Feind hinweg zum 3:4 ins lange Eck. War der Ball wirklich schwer zu verteidigen? Jedenfalls stemmten sich unsere Jungs gegen den Rückstand. Doch die beste Chance hatte Altenkessel, dass jetzt wie aufgedreht fast ein fünftes Tor geschossen hätte. Wenn nicht Torwart Schmitt zweimal Kopf und Kragen riskiert und glänzend abgewehrt hätte.

Wiedergutmachung Mittwoch in Hanweiler?

Fazit: So wie die Niederlage zustandekam, war sie unglücklich. Aus Sicht des Gegners allerdings nicht unverdient. Machte er doch einen Zweitorerückstand wett. Obwohl uns unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff die erneute Führung und nach etwas mehr als einer Stunde sogar das 3:1 gelang. Altenkessel bewies jedoch Moral und Power. Ein herber Rückschlag. Doch schon am Mittwoch und am Sonntag hat das Team im Rahmen der englischen Woche in Hanweiler und zu Hause gegen Kleinblitersdorf die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Diesen Druck müssen die Spieler aushalten.                rdg.

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