Gut gespielt, toll gekämpft, dennoch verloren

Nur zwei Siege hätten die Zitterpartie um den Klassenerhalt noch offen gehalten. Doch nach dem 1:4 in Wadern ist der FV 09 abgestiegen.

Tor für Bischmisheim - leider viel zu selten (Archivfoto von A. Brosius mit Julian Hollinger)

Tor für Bischmisheim – leider viel zu selten (Archivfoto von A. Brosius mit Julian Hollinger)

 

Auf dem Weg zum vorletzten Saisonspiel unserer 1. Mannschaft in der Verbandsliga Südwest schüttete es zeitweilig wie aus Eimern. Wir ahnten schon, dass der Naturrasen der SG Noswendel/Wadern in Wadern rutschig werden würde. Dennoch entwickelte sich auf teilweise schwerem Geläuf ein munteres Spiel zweier Teams aus dem unteren Tabellendrittel, bei dem es für die Bischmisheimer um die letzte Chance ging. Nur ein Sieg hätte die Hoffnung am Leben gehalten. Doch trotz unermüdlichen Einsatzes aller Akteure hieß es nach 90 Minuten 4:1 für die Heimmannschaft. Eine klare Sache? Von wegen. Über die gesamte Distanz hatten die Mannen von Trainer Rainer Heilmann mehr vom Spiel, konnten aber selbst beste Chancen nicht verwerten. Letztendlich gab die Abschlussschwäche einerseits und die erfolgreich zu Ende gespielten – wenigen – Angriffe der Gastgeber andererseits den Ausschlag zugunsten der SG.

 

Teamgeist: Eric Fuhr kühlt Piotr Pilarskis Verletzung.

Teamgeist: Eric Fuhr kühlt Piotr Pilarskis Verletzung.

Bischmisheim begann das Spiel erstmals in 2013 mit Florian Schwanke im Tor. Kollege Manuel Anton weilt im Urlaub, Norman Schmitt war mit der Zweiten in Bübingen erfolgreich. Das Siegergen der Reserve wollten wir nach Wadern mitnehmen. Und schon nach drei Minuten hätte Dirk Ziegler die Führung erzielen können, als er auf der linken Seite in den Strafraum eindrang, zwei Mann aussteigen ließ und dann aufs kurze Ecke zielte. Doch der Torwart konnte gerade noch zur Ecke klären. Auf der Gegenseite bestand Schwanke die Schüsse aus der Distanz zumeist problemlos. Trotz des nassen Rasens. Wieder ein guter Angriff über Ziegler und Julian Hollinger; doch bei dessen Zuspiel kam Piotr Pilarski einen Schritt zu kurz. Wir bleiben dran. Erobern den Ball schon kurz vor dem Strafraum der Gastgeber. Rolf Schenn legt Dirk Ziegler auf. Doch dem verspringt der Ball. Auch der nächste Angriff – diesmal über rechts von Dennis Danopoulos eingeleitet – bringt Gefahr. Kapitän Lennart Bohl flankt, etwas zu lang. Schenn erkämpft sich dennoch den Ball, passt zu Daniel Gräff. Doch der erwischt die Kugel nicht richtig. Danach wieder „Dean“ und Piotr aussichtsreich im gegnerischen 16er. Die Verteidiger können klären.

 

Kurz darauf ein hässliches Foul an Piotr auf der Höhe der Mittellinie. Von hinten in die Beine ohne die Chance, den Ball zu spielen. Statt Rot belässt es der nicht immer sattelfeste Spielleiter beim Gelb. Kaum dass wir uns beruhigt haben, fällt das 1:0 für die SG (29. Minute). Gerade stehen die Kassierer vor uns, so dass ich nur noch gesehen habe, wie der Ball in die Mitte gepasst wurde, wo ein Stürmer aus der Drehung vollenden kann. Es war die erste wirkliche Chance der Heimelf. Wieder ein bis dahin unverdienter Rückstand. In der 33. Minute sieht Daniel Staub nach einem Foul Gelb – in der Relation zu eben ein Witz. Den Freistoß kann die Mauer zur Ecke ablenken, die nichts einbringt. Auf der Gegenseite wieder ein verunglückter Spielaufbau der SG. Lennart Bohl wird durchstarten – mit Gelb-Foul gestoppt. Der Freistoß landet in der Mauer. Es bleibt dabei: Bischmisheim hat Vorteile, kann sie aber nicht konkretisieren.

 

Die zweiten 45 Minuten beginnen wie die ersten mit einer Chance von Dirk Ziegler. Doch wieder kann er in letzter Sekunde gestoppt werden. Wir drängen auf den Ausgleich. Sogar Staubi kommt zum Abschluss – vorbei. Und dann doch das 1:1. Ein eher harmloser Schuss von Ziegler aus ca. 14 Metern geht am verdutzt dreinblickenden Tormann vorbei ins Netz. Wir wollen nachlegen. Eine stramme Flanke von Piotr von rechts, ein Verteidiger klärt per Kopf – Zentimeter am Pfosten vorbei. Die SG ist nervös. Wieder ein Fehler beim Aufbau, wieder wir dazwischen. Dirk spielt auf Rolf, der kurvt um den Torwart und schießt – ans Außennetz. Fast im Gegenzug: Daniel Gräff grätscht – leider Ball und Gegner. Und das im 16er. Achselzuckend gibt der Unparteiische in der 61. Minute Elfmeter. Der lange Siebener (Fritz Gard) nimmt Maß – zu genau. Er zirkelt den Ball am Winkel vorbei ins Aus. Glück für unser Team, das weiter fightet. Trotz des schweren Bodens.

 

Wieder das Duo Ziegler-Schenn. Wieder verpasst Rolf Schenn das Ziel ganz knapp. Das Pech klebt uns an den Schussstiefeln. Und mitten in unsere Bemühungen markiert die SG fünf Minuten nach dem verschossenen Penalty doch das 2:1. Ein Ballverlust, ein Flanke von links auf den zweiten Posten, ein Kopfball ins kurze Eck – wieder nicht aufgepasst. Nicolas Timmermann kommt für Daniel Staub. Wir fangen uns wieder. Pilarski holt eine Ecke heraus, die nichts einbringt. Die SG kontert gegen aufgerückte Bischmisheimer. Doch Schwanke hält uns mit einer Super-Parade gegen Gard im Spiel. Dann kommt Eric Fuhr für Gräff. Neuer Schwung. Julian Hollinger versuchts, wird abgeblockt. Dann kommt er nach einer Ecke wieder frei zum Schuss. Doch ein Verteidigerbein rettet für den schon geschlagenen Torwart auf der Linie. Nicht zu fassen. Auf der Gegenseite erneut eine Glanztat von Schwanke, der per Fußabwehr klären kann.

 

Dann ist auch er machtlos: 83. Minute das 3:1. Es sah nach einem Spaziergang des Schützen aus, der die Kugel auch super erwischt und in den Winkel knallt. Der K.O.? Ja und leider noch nicht ganz. Ein Freistoß kurz vor Schluss, und wieder zappelt der Ball im Netz. 4:1. Wie brutal kann Fußball sein? Alles Aufbäumen gegen das drohende Unheil hat nichts genutzt.

 

Während einige Spieler mit den Kräften am Ende zu Boden sinken, andere ratlos Minuten lang stehen bleiben, wieder andere schnell in die Kabine eilen und die treuen FV 09- Fans sich wortlos und enttäuscht abdrehen, macht die Nachricht vom Sieg von Schwalbach die Runde. Damit ist der Abstieg besiegelt; geht es auch im letzten Spiel am 26. Mai gegen Losheim nur noch um die goldene Ananas. Bzw. wenigstens um einen ehrenvollen Abschied aus dieser Klasse. Nach vier Jahren Verbandsliga heißt es als Viertletzter von 16 (mit acht Punkten vor dem Drittletzten): Abstieg in die Landesliga. Das tut jetzt erst einmal verdammt weh.

rdg.

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4 Antworten zu Gut gespielt, toll gekämpft, dennoch verloren

  1. Hallo Roland, Du kennst Dich wirklich gut aus; offensichtlich schon seit Jahren ein kritischer Begleiter des FV 09. Schade, dass Du den Geheimniskrämer machst. Auch ich beobachte das Treiben unserer Aktiven schon lange. Und deshalb muss ich allerdings sagen, dass bei aller Kritik an den Schiris – ich muss zugeben, mir schwillt auch schon mal der Kamm über seltsame Pfiffe – stets die Mannschaft auf dem Platz steht. Und da liegt bekanntlich die Wahrheit. Vereinswechsel vor und Ausfälle während der Saison haben es dem Trainer auch nicht leicht gemacht; dazu die Tatsache, dass vier Teams absteigen müssen. Aber nicht beschönigen will ich – und hier schließe ich die Reserve mal ein – einige entscheidende Punkte mangels Einstellung liegen gelassen wurden. Und die haben den Abstieg besiegelt. Wenn ich sehe, wie sich Schwalbach aus eigener Kraft aus dem Sumpf gezogen hat, dann frage ich, wo war bei einigen Spielen der unbedingte Wille, den Gegner in die Knie zu zwingen.

  2. Hier wird über die Berichterstattung in Sachen Schiris gesprochen. Was macht denn Trainer Heilmann? Ich lese die Saar Amateur Berichte nur noch mit Humor. Dort sind es meistens ebenfalls die Schiris. Oder aber der Platz oder aber sonst etwas. Ständig wurden sich Spiele schön gesprochen, alles interne beschönigt. Meiner Meinung nach trifft diese Position schon eine gewisse Schuld. Eine objektive Berichterstattung des Trainers erlebe ich selten. Sei es damals in der 2. oder A Jugend oder heute in der 1. Immer sind es andere.

    Mal kritisch hinterfragen!

  3. Roland Gorzkulla

    Wenn und hätte nutzt jetzt auch nichts mehr, unsere 1. Mannschaft ist abgestiegen. Schuld daran sind weder die Schiedsrichterleistungen noch der Trainer. Ich schließe mich auch der Meinung von Wolfgang an, dass die Spieler oft aufopferungsvoll gekämpft haben.
    Fakt ist aber auch, dass die Mannschaft trotzdem in einigen Spielen unnötig viele Punkte verschenkt hat.
    Ich hoffe, dass die Mannschaft im Großen und Ganzen zusammenbleibt und in der Landesliga gute Spiele abliefern wird.
    Vielleicht stößt ja noch der ein oder andere gute Spieler zum FV 09 Bischmisheim.

  4. Wolfgang Altpeter

    Was mich an den letzten, wie immer guten Spielberichten stört, ist die Kritik an den Schiedsrichtern. Wir sind nicht wegen schlechter Schiedsrichterleistungen abgestiegen. Auch hat der Trainer keine Schuld. Wir wären mit dieser Mannschaft auch mit Volker Görgen abgestiegen. Es liegt auch nicht an den meist aufopferungsvoll kämpfenden Spielern. Selbst die zweigleisige Verbandsliga war mit diesem Kader nicht zu stemmen. Vor allem der Weggang unseres Torhüters Schworm hat eine große Lücke hinterlassen.
    Aber in der Saarlandliga wird auch Fussball gespielt.
    Ich kann jedoch nicht verstehen, dass so wenig Zuschauer zu unseren Heimspielen kommen. Wenn nur jedes 3. Vereinsmitglied und jeder 5., der, ob in der Jugend oder bei den Aktiven, schon einmal an einen Ball getreten hat zu den Spielen kämen, hätten wir immer mehr als 300 Zuschauer. Bei den Auswärtsspielen ist die Zahl der Bischmisheimer Fans vorbildlich.
    Ich wünsche der Mannschaft und dem Trainer für die nächste Saison einen vorderen Tabellenplatz und mit etwas Glück ist der sofortige Wiederaufstieg auch drin.

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